Du hast 6 Jahre Tiermedizin studiert. Nicht BWL. Nicht Steuerrecht. Niemand hat dir beigebracht, was eine Kaufpreisaufteilung ist, warum du als Tierarzt umsatzsteuerpflichtig bist oder dass dein Futtershop Gewerbesteuer auf deinen gesamten Praxisgewinn auslösen kann. Woher sollst du das auch wissen
Also hast du gemacht, was alle machen: Einen Steuerberater genommen, der „auch Tierärzte" macht. 200 Mandanten aus 30 Branchen. Den Bäcker, den Architekten, den IT-Freelancer. Und irgendwo dazwischen: deine Praxis. Dein Fall ist einer von vielen. Deine Branchenbesonderheiten kennt er nicht. Nicht aus Böswilligkeit – sondern weil es unmöglich ist, 30 Branchen gleichzeitig zu beherrschen.
Das Ergebnis sehe ich bei jeder Mandatsübernahme: Kaufpreisaufteilungen, die bis zu 80.000 € Abschreibung verschenken. Investitionsabzugsbeträge, die nie beantragt wurden. Medikamente und Futtermittel, die seit Jahren mit dem falschen USt-Satz gebucht werden. Praxisshops, die still und leise den gesamten Gewinn mit Gewerbesteuer infizieren. Und kein einziger proaktiver Vorschlag in 10 Jahren Zusammenarbeit.
In der Tiermedizin überweist du an Spezialisten, wenn ein Fall außerhalb deiner Kompetenz liegt. Bei Steuern solltest du das genauso halten. Das ist keine Kritik an deinem Steuerberater. Das ist eine Entscheidung, die du jetzt treffen kannst.